
Ein immer wiederkehrendes Thema meiner Bilder sind Baumgestalten.
Baumgestalten sind Wesen zwischen Mensch und Baum. Ihre Biografien prägen ihren Wuchs. Knorrig, verzogen oder auch verstümmelt ringen sie dem Leben Himmelsnähe ab.
Am Anfang des Malprozesses war noch nicht gewiss, wie viele Baumgestalten sich in dies Bild siedeln. Ich mühte mich um ein mächtiges und knorriges Wesen. Doch eine zweite Gestalt drängte sich ins Bild und forderte Raum.
Aber was sollte dieses viele Blau im Hintergrund?
Etwas fehlte. Etwas Entscheidendes. Eine Dimension!
Ein anderer Himmel forderte sich ein! Ein erster gelber Pinselstrich in diese blau-rote Welt!
Da verschwanden Hügel, Wege, Häuser, Wiesen, eine Blau in Blau gesetzte Landschaft. … Ich geriet in Fahrt. Wurde radikal. Das Gelb fraß und verlangte. Mehr und mehr, fast alles. Schon bedrängte das Gelb die Baumgestalten.
Stopp – sagte ich mir. Hinsetzen. Das Bild ansehen! Es beobachten.
Da sah ich sie, die dritte, die blaue Baumgestalt, halb im noch nicht vollendeten Himmel.
Und jenes Etwas am oberen Bildrand, das zu bleiben bat und zum Windsurfer wurde.
Da hatte ich die drei. Verformt! Ihre Farben verfremdet. Zusammen in Distanz oder ganz allein
in verlorenen Umgebungen!
Um ihre Lebensverläufe abzubilden.
Nachts, als ich wach lag, als das Bild mir nicht aus dem Kopf ging, sah ich dann den Kreis! Leuchtend Rosa! Rosa, wirklich?
Das Bild forderte es so.
Als wollte es mehr als nur ein Drei-Baumgestalten-Bild sein!
Was blieb mir übrig?
Ich stand auf – malte mal wieder – nachts um Drei.
Acryl auf Leinwand
80 x 130 cm
1500€